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Bei Ankunft Kuss

18.09. bis 09.10.2016

Künstler: Joanna Zylla und Steffen Osvath

Joanna Zylla wurde in Opole (Polen) geboren. Sie studierte an der Fachhochschule für Kunsttherapie Nürtingen, bevor sie in mehreren Ateliers tätig war und aktiv an zahlreichen Projekten und Ausstellungen überwiegend in Deutschland teilnahm. Zylla sagt von sich, dass sie durch intensive Wahrnehmung und Sensibilität geprägt wurde. Ihr Interesse gilt den Erzählungen der Menschen, alten Gegenständen, der Architektur und den Spuren der Vergangenheit. Sie wird vom Hauch der Nostalgie berührt, der all den gehörten, nachgeforschten und nachempfundenen Geschichten, Dingen, Objekten und Zuständen innewohnt und sie in einen Zustand der Melancholie versetzt. Handwerklich bewegt sie sich in der Umsetzung zwischen Malerei, bildhauerischen Elementen und theatralischen Objekten, wobei sie versucht, den Oberflächen eine Art Patina zu verleihen. Ihre Figuren zeigen introvertierte Persönlichkeiten in herbstlicher Stimmung. Die Figuren befinden sich zwischen Wachsamkeit und Traum in einem Zustand des gedanklichen Innehaltens und kommen gefühlsmäßig nie an. Der vermeintliche Kuss bei Ankunft ist eine Überlegung bzw. ein wünschenswertes Angebot an den Betrachter. Es ist schließlich nicht sicher, ob der Kuss als Interaktion menschlicher Beziehungen stattfindet. In der gemeinsamen Ausstellung mit Steffen Osvath bezieht sie sich auf eine seiner Arbeiten mit dem Titel „B-Kuss“-Fotodelere und hofft, dass diesmal ihre Hauptdarstellerin ankommt und den erwarteten „ Bei-Ankunft-Kuss empfangen kann.

Steffen Osvath wurde in Aalen geboren und lebt als frei schaffender Künstler in Stuttgart. Er studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (Staatsexamen) und an der Haller Akademie der Künste in Schwäbisch Hall und hatte bereits viele Einzelausstellungen in Deutschland. Seine aktuelle Ausstellung heißt „Fotodelere-Achtlos weggeworfene Fotografien“. Osvath sieht sich als Fotoarchäologe, der sich durch einst sorgfältig gehütete Schätze aus Pappbildchen und Farbdiafilmen hindurch gräbt, um so dem Abhandenkommen des Hinterbliebenen entgegen zu wirken. Osvath über die Entstehung des Neuen als dem Alten: „Ein neuer Fund wird analysiert: Aus ihrer unsortierten Masse heraus brennen sich im Sekundentakt fremde Geschichtsfragmente in unser Gehirn, das eifrig wie bei Lynchfilmen nach Zusammenhängen sucht. In der Manier, wie unser Hirn die eigene Erinnerung ständig neu generiert und immer wieder verfälscht, verwebt es die Bilder zu scheinbar bekannten Existenzteppichen. Die Zeitkomponente löst sich auf und ist zugleich Rückblick, Ansicht wie auch Aussicht. Die abgebildeten Figuren werden zu wandelbaren Platzhaltern, die sich mit Emotionen und Erfahrungen des Betrachters aufladen, angereichert mit subjektiver Wahrnehmung und Fantasterei. Hier setzt die Fotodelere ein. Durch Kombinieren, Reduzieren, Herausschaben, Übermalen werden Bildelemente verändert und neu generierte Geschichten visualisiert, ohne dass der schöpferische Interpretationsprozess zum Erliegen käme.“

 

Vernissage: 18. September um 17.00 Uhr im Wurmbrandsaal des Alten Schlosses Gaildorf

Öffnungszeiten: samstags, sonntags und feiertags von 15.00 - 18.00 Uhr und nach Vereinbarung

 




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